Die Weinexperten stellen sich vor – der Winzer

 Der Winzer Clemens Fröhlich

Ein wichtiger Bestandteil rund um das Thema Wein ist die eigentliche Herstellung. Da bietet es sich natürlich an, einen Winzer zu besuchen. Wir hatten das Vergnügen Winzer Clemens Fröhlich bei der Lese zu besuchen und ihn bei seiner täglichen Arbeit zu begleiten.

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„Am Ende zählt für uns sehr häufig nur das Endprodukt – eine Flasche mit flüssigem Inhalt, der hoffentlich auch gut schmeckt. Uns ist nicht immer bewusst, welche Arbeit dahintersteckt und dass es nicht nur um das Pressen der Trauben und das Abfüllen in die Flasche geht.“ 

Clemens hat uns auf seinem Weingut mit auf eine Entdeckungsreise mitgenommen, die auch mich nachhaltig beeindruckt hat. Die Arbeit an den Rebstöcken, der richtige Zeitpunkt der Lese, das Einfahren des Lesegutes und die Arbeiten im Keller zeigen, wie hart doch dieser Job ist und wie viel Herzblut und Arbeit hinter jeder Flasche Wein steckt.

Beeindruckend fand ich auch, dass Clemens nicht nur Winzer ist, sondern auch noch Mechaniker (seine Maschinen sind zum Teil selbst konstruiert und hergestellt), Gastgeber (er vermietet Ferienzimmer), Marketingchef und Salesmanager (er verkauft und vermarktet seine Weine zusammen mit seiner Frau Ingrid) und Familienvater. Hier möchte ich mich von ganzem Herzen noch mal bei Familie Fröhlich für ihre Unterstützung und Gastfreundschaft bedanken!

Winzer bei der Gärkontrolle

Der Winzer Clemens Fröhlich hat nach der Schule zunächst eine Ausbildung als Kraftfahrzeug-Schlosser gemacht. Danach begann er eine Lehre als Winzer in Randersacker. Er arbeitete danach noch ein halbes Jahr im Lehrbetrieb. Im Anschluss daran leitete er für eineinhalb Jahre die Außenwirtschaft in einem großen Weingut in Würzburg. In dieser Zeit wurde ihm bewusst, dass er sich noch einmal weiterbilden wollte. Deshalb entschloss er sich dazu, in Veitshöchheim den staatlich geprüften Wirtschafter für Weinbau und Kellerwirtschaft zu machen. Anschließend hängte er einen Meisterkurs dran, den er 1987 erfolgreich abschloss.

Aufgrund dieser Ausbildung erkannte Clemens Fröhlich schnell, dass er den elterlichen Betrieb umstrukturieren musste. Seine Eltern hatten damals einen reinen Traubenerzeuger-Betrieb und lieferten ihre Trauben zu der Gebietswinzergenossenschaft (GWF). Ihre Betriebsfläche betrug zu diesem Zeitpunkt auch gerade mal 3,3 ha. Da in den 90er Jahren die Mengenbegrenzung für die Traubenerzeugung eingeführt wurde, war dem Winzer klar, dass die Familie so nicht mehr von ihrem Betrieb leben konnte.

Winzer Clemens Titelbil Deshalb entschloss er sich dazu, seinen Wein selbst zu vermarkten. Zunächst bewirtschaftete er einen halben Hektar, erweiterte dann aber auf 1,5 ha. In dieser Zeit arbeitete Clemens Fröhlich gleichzeitig noch drei Tage in der Woche in einem Weingut in Nordheim. 1993 übernahm er schließlich den elterlichen Betrieb. Aufgrund der Selbstvermarktung war letztendlich eine Betriebserweiterung notwendig. Aus diesem Grund baute der Winzer einen Keller, einen Abfüllraum und mehrere Gästezimmer.

Mittlerweile werden etwa 5,5 ha von dem Winzer und seiner Familie bewirtschaftet. Sie legen besonderen Wert auf den Ausbau fränkischer, trockener Weine, die mit Reinzuchthefen vergoren und temperaturüberwacht gehalten werden, wodurch die Weine immer besonders fruchtig und frisch sind.

Clemens Fröhlich ist seit 1987 mit seiner Frau verheiratet. Die beiden haben vier gemeinsame Söhne, von denen der dritte Sohn voraussichtlich den Betrieb übernehmen wird.

1 Kommentar

  1. Hallo Herr Fröhlich, ich wohne in Bregenz am Bodensee und habe einen kleinen Schrebergarten. Letztes Jahr habe ich im Juni 2 einjährige Rebpflanzen gesetzt. Es handelt sich um die robuste Sorte “ Isabella „. Die Pflanzen waren ca. 1 m hoch und sind bis im Herbst auf ca.2,5 bis 3 m gewachsen. Sie haben mehrere Triebe.
    Meine Frage an Sie wäre nun, ob ich diese Triebe nun schneiden muß. Wenn ja , wie kurz müssen sie geschnitten werden. Ich habe mir Ihren Film angesehen, dort werden die Reben bis auf einen Trieb zurückgeschnitten, aber diese Reben sind auch schon älter. Ich habe einige Gärtner gefragt wie ich die Reben schneiden muß. Da habe ich ganz unterschiedliche Ratschläge bekommen.Der Eine sagte in den ersten Jahren gar nicht schneiden, der Andere meinte bis auf 3 Augen zurückschneiden. Wir haben in unserer Gegend keinen Winzer den ich fragen könnte, deshalb geht meine Bitte an Sie, dass Sie mir weiterhelfen.
    Schöne Grüße vom Bodensee
    Josef Stricker

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